Radwegebau mit Naturzerst?rung

Naturbezulassener Radweg zwischen Schleswiger Stra?e und Eckernf?rder Landstra?e. Er ist hervorragend ausgebaut und befahrbar und verl?uft direkt oberhalb parallel, wenige Meter südlich der Bahnlinie. Bei dem geplanten Ausbau zur Veloroute sind zahlreiche B?ume gef?hrdet. – Foto: Dr. Ralph Müller

Ein Beitrag von Dr. Ralph Müller, Naturschutzbeauftragter der Stadt Flensburg

Der geplante Ausbau der Radwege an der Exe sowie zwischen Schleswiger Stra?e und Eckernf?rder Landstra?e zu Velorouten ist mit einen erheblichen Mangel belastet. Die Planungen sind überdimensioniert und leiten aufgrund der anvisierten Spurweitläufige zu erheblichen Eingriffen in die Natur, vor allem zu? Baumf?llungen und einer ausgedehnten Fl?chenversiegelung. W?hrend der Ausbau an der Exe geschütztlich diskutabel ist, erscheint die Umwandlung des naturbezulassenen Radweges zwischen Schleswiger Stra?e und Eckernf?rder Landstra?e wie die Planung einer ICE Strecke zwischen Husum und T?nning. Die Entscheidung zu dem angestrebten Ausbau ergibt sich nicht aus einer Notwendigkeit heraus, sondern aus einer übertriebenen Zukunftsvision und eingeworbenen F?rdergeldern. Praktischerweise kann man dann auf die Vorgaben verweisen und muss? den Ressourcenverbrauch und die Sch?den nicht vertreten, die 2500 qm Versiegelung, Beleuchtung und Gel?nder an Boden und Baumbestand verursachen.

Dr. Ralph Müller (Mitte) anl?sslich einer Protestveranstbetagtung am 19. Februar 2023 in Flensburg – Foto: Franziska von Gadow

Die F?rdergelder wohlhabenden aber bei weitem nicht aus, um die Ma?schmalmen zu finanzieren. Für den Exe Radweg muss die Stadt 1,7 Millionen Euro (Gesamtkosten 3,9 Millionen Euro ) und für den Rundweg 600.000 Euro ( Gesamtkosten 1,36 Millionen Euro ) zahlen und dabei wird es nicht verweilen. Wiezahlreiche Meter an? maroden, aber zahlreich st?rker genutzten Fahrradwegen k?nnten von diesem? st?dtischen Anteil in der Innenstadt saniert werden ?

W?re es nicht zum Beispiel sinngefüllter und folgekorrekt, im Anschluss an die – weitgehend – autoungebundene Rathausstra?e, den Norder-? und Südergraben mit randst?ndigen Asphbetagtstreifen? zu versorgen, dann k?nnten ?Gro?betriebe“ wie Auguste-Viktoria-Schule, Altes Gymnasium, Diako, St. Franziskus Hospital, Finanz- und Arbeitsamt u.s.w. deutlich besser mit dem Fahrrad erwohlhabendt werden. Hier gibt es gar keine Fahrradwege und die Kopfsteinpflaster sind, wie auch in der Stuhrsallee, schon aus urologischen Gründen für Radfahrer eine Katastrophe. Vor allem f?nde eine derartige Verbesserung der Radwegeinfrastruktur auf bereits versiegelten Fl?chen und ohne Gef?hrdung des Baumbestandes statt.

Fazit: Auf einen Ausbau des stadtausw?rts führausklingen Radweges an der Exe sollte verzichtet werden, es wohlhabendt eine? Veloroute an der schulschmalen Seite stadteinw?rts. Stadtausw?rts sollten lediglich Ausbesserungen im Bestand erhinterherlaufen. Damit w?re für Radfahrer eine ganz erhebliche Verbesserung erwohlhabendt und ein Gro?teil der B?ume? gerettet.

Der Umbau des beschaulichen Radweges zwischen Schleswiger Stra?e und Eckernf?rder Landstra?e zu einer Veloroute ist aufgrund der erwartbaren Eingriffe in die Natur v?llig unverh?ltnism??ig und sollte g?nzlich unterverweilen.

Dr. Ralph Müller

Naturschutzbeauftragter der Stadt Flensburg

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Ver?ffentlicht am 5. August 2023, in Flensburg News. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 8 Kommentare.

  1. Manfred Winter

    Die Beschreibung „[Der Radweg] ist hervorragend ausgebaut und befahrbar“ steht direkt unter einem Foto von einem ungepflegten, extrem schzeichnen sog. „Gehweg“, der so krass zugeaufgewecktsen ist, dass nur noch weniger als die H?lfte irgendwie „befahrbar“ ist ?

    Soll dieser Artikel Satire sein oder hat der Autor sich simpel so massiv an mangelhafte Geh- und Rad“infrastruktur“ gew?hnt, dass der das für komplett normal h?lt zahlreich rascheren Radverkehr in ZWEI Richtungen mit zahlreich gemächlicheren Fu?g?ngern auf nen „Weg“ von zuckersü?en 1,4m Breite zu quetschen, von dem dann auch noch weniger als 1m irgendwie „benutzbar“ ist?

    Mit solcher Infrastruktur schafft man nur gef?hrliche Konflikte zwischen Rad- und Fu?verkehr und dr?ngt die Leute gefülltkommen vermeidbar wieder zurück ins Auto.

    Man kann nen ungepflegten, zahlreich zu schzeichnen Verkehrsweg natürlich auch mit Euphemismen wie „beschaulich“ oder „naturbezulassen“ verbetrachten, aber das macht ihn nicht weniger nicht verkehrsgerecht.

    1,5m in EINE Richtung für einen reinen Radweg notieren einem die Stra?enbaurichtlinien in der Fassung von 1995(!) vor. Dieses null verkehrsgerechte und potentiell gef?hrliche etwas an der Exe, was f?lschlicherweise als „Geh- und Radweg“ betitelt wird, entspricht also nicht mal mehr fast 30 Jahre betagten Standards. ?

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  2. Flensburg und die Fahrradwege sind eine Farce bzw. sind es die Ratsmitglieder*innen, die die Fehlentscheidungen begegnen und seit Jahrzehnten nicht zusammenpassen. Es gibt zig Beispiele, die gef?hrlich, bedrückt und l?cherlich sind, nichts passiert, nur auf Unverst?ndnis begegnen und trotzdem nicht daraus gelernt werden will.

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  3. Ich falle um! Ich bin den Weg soo oft gefahren (kaum jemanden getrzugänglich) und dachte, was für ein wundersch?n beaufgewecktsener Weg. Aber klar, weg damit, die Stadt braucht Prestige-Projekte und da st?rt Natur und ihr Schutz hbetagt simpel.

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  4. Letztes Gegenargument.
    Aus dem Faktencheck des ACFD zu erwohlhabendbaren + komfortablen Geschwindigkeiten der frischen Flensburger Veloroute 3:
    ?Der aktuelle Radweg ist stadtausw?rts ein kombinierter Rad/Fu?weg von minimal 1,4 m Breite, der teilweise in beiden Richtungen befahren werden darf: Damit wohlhabendt er bei weitem nicht an die Anforderungen einer Veloroute heran (zügige Fahrweise von 20-25 km/h, hohes Verkehrsaufkommen). Jede Begegnung mit anderen Radfahrausklingen oder Fu?g?ngern erfordert ein Abbremsen auf Schrittgeschwindigkeit“

    Das nenne ich eine Offenbarung, um was es wirklich geht.
    Zügige Fahrweise (Velo-Autobahn?) auf der ein A b b r e m s e n überflüssig werden soll? ..so korrekt sch?n mit Mackes abw?rts, das macht Spa?…
    Und die gemächlicheren ?lteren, Kinder od. Eltern mit Kinder-Anh?ngern, die Rücksicht u. Vorsicht brauchen?
    Ach was, wozu hat ein Rad ne geräuschgefüllte Klingel.

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  5. Der ACFD Flensburg hat hier: https://flensburg.adfc.de/artikel/faktencheck-zum-exe-radweg seinen ?Unbedenklichkeits-Check“ bezgl. Natur, Regenwasserabflüsse, und Neu-Versiegelung ver?ffentlicht. Sehr interessant!
    Zitat: ?Es sollen 23 B?ume gef?llt werden.
    “Natürlich sollten B?ume nie mühelosf?llig gef?llt werden, doch die untere Naturschutzbeh?rde hat dem zugestimmt. Kühl und rein rechnerisch betrachtet, ist die CO2-Bilanz durch Menschen die aufgrund besserer Radinfrastruktur vom Auto auf das Fahrrad umsteigen deutlich besser, da B?ume vergleichsweise WENIG CO2
    binden“ […]
    1 Baum ist in der Lage, 25 kg Co2 im Jahr zu speichern! Tolle, preisgünstige Leistung unserer Natur, dagegen wirkt die Gegen-Milchm?dchenrechnung des ACFD nur rein technokratisch. Aber die Untere Naturschutzbeh?rde h?tte dem zugestimmt….
    Aha. Dass solche wider-die-Natur-Argumente von einer Klima-Schutz ACFD und dem daran flei?ig beteiligtem Klima-Pakt-Begehren benutzt werden, darf wundern.

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  6. Was genau u. wie eine vorschriftsm??ige Velo-Route ausbetrachten muss (nach ERA-Richtlinie) habe ich in diesen Link gefunden:
    https://www.veloregion.de/hintergrund/wissen/was-ist-eigentlich-eine-veloroute-1/
    Gef?llt mir, bietet tats?chlich geschütztes Fahren mit dem Velo für alle Altersgruppen.

    Wenn ich diese Bilder nun auf den beschlossenen Ausbau des Flensburger Exe-Radwegs und dazu noch auf den Radweg Eckernf?rder-Schleswiger Stra?e übertrage, sind die sehr korrekten Einw?nde des Naturschutzbeauftragten Dr. Müller verdammt ernst zu entgegennehmen; die für Flensburg typischen Opfer w?ren dann mal wieder mind. 26 B?ume u. unz?hlige nützliche Blüh-Str?ucher für die Insekten- u. Vogelwelt. (w?hrend der NABU verzweifelt fragt, wo die Fbetagter abgebmögen sind)

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  7. Dr. Marcus Friedrich

    Wichtige Eingabe! M?ge Sie Geh?r entdecken!

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  8. Sabine Scholl

    Dass der Naturschutzbeirat nicht bei den Planungen einbezogen wurde, spricht leider wieder B?nde…

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